Die doppelte Verteibung der Bewohner des Dorfes Protzan

Einleitung
Protzan während des Krieges
Die Russen sind da
Die erste Vertreibung durch die Polen
In der Gewalt der polnischen Miliz
Was im Dorfe geschehen war
In den Fägen der Polen in Neisse
Die Polen sind die neuen Herren in Protzan
Der Mord an Hans Schneider
Herbst und Winter
Die endgültige Vertreibung
Die Fahrt in den Westen
Die schwierige Aufnahme in Westdeutschland
Der Neuanfang nach der Vertreibung
Protzan oder Zwrocóna?

Die erste Vertreibung durch die Polen

Ohne Wissen der betroffenen Deutschen kam Schlesien Ende Juni unter polnische Verwaltung. Die deutsche Bevölkerung, von allen Nachrichten abgetrennt, erfuhr das erst viel später und nur gerüchteweise, daher waren die kommenden, sich ü berstürzenden Ereignisse für sie unverständlich. Am Montag dem 16.7.45, man befand sich in der Roggenernte, kamen Polen in das Dorf Protzan. Sie hatten Listen und es wurde auf den Höfen nach deren Beschaffenheit gefragt. Dann hieß es, daß auf jeden Hof Polen "zur Arbeit" kommen sollten. In Wahrheit sollten sie die neuen Herren werden.
Die über die politischen Hergänge unwissenden Protzaner Bauern wehrten sich dagegen und ließen die Polen nicht ein. Auf den Hof Spittler waren aber einige Polen gewaltsam eingedrungen. Sie benahmen sich so unverschämt, daß die allein anwesenden, verängstigten Frauen laut um Hilfe riefen, wie man es schon wegen der russischen Übergriffe verabredet hatte. Die Nachbarn, die die Rufe gehört hatten, taten sich zusammen und eilten zum Gehöft, um zu helfen. Dieses wurde später von den Polen als "Zusammenrottung mit organisiertem Widerstand" hingestellt. Die Polen zogen wieder ab. Aber am Abend kam aus Frankenstein schwer bewaffnete polnische Miliz ins Dorf. Diese, die neuen Herren, eine deutsche Polizei gab es ja nicht mehr, begannen eine wilde Schießerei auf der Dorfstraße gegen die wehrlosen, unbewaffneten Deutschen, welche von der Feldarbeit oder aus den Häusern kamen.

 

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